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Wasserbau

Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit

Die unter die EG-Wasserrahmenrichtlinie fallenden Fließgewässer sind ökologisch durchgängig zu gestalten. Damit ist das ungehinderte Ab- und vor allem Aufwandern von Fischen und Makrozoobenthos gemeint. Wehre u.ä. stellen unüberwindbare Hindernisse dar. Wo Platzmangel besteht, wird in einem nicht mehr benötigten Wehrfach oder neben dem Wehr ein technischer Fischpass angelegt. Dort wird das Gefälle stufenweise über eine Beckenstruktur abgebaut. Damit werden strömungsberuhigte Bereiche und solche mit Rückströmungen erzeugt, so dass einem großen Teil der Fauna Migration möglich ist. Die Geometrie des Fischpasses hängt vom Abfluss sowie den vorhandenen bzw. potentiell vorhandenen Fischarten ab.

 Wasserbau
Abbildung Sohlgleite in Riegelbauweise kurz nach der Fertigstellung

Ökologisch wirkungsvoller und naturnäher sind Bauweisen aus Steinen mit kiesigem und sandigem Unterbau. Dadurch wird auch dem Makrozoobenthos, das durch die Steinzwischenräume wandert, der Aufstieg erheblich erleichtert. Diese Bauweise kann angewendet werden, wenn genügend Platz zur Herstellung einer langen Gefälleabbaustrecke vorhanden ist. Strömungsberuhigte Bereiche und Rückströmungszonen werden durch die Anlage von durch Steinriegel abgetrennte Becken oder verteilt auf der Sohle eingebaute große Steine erzielt.
Die großen Steine müssen bei vorhandenem sehr feinem Substrat im Gewässerbett und großen Fließgeschwindigkeiten vor Unterspülung geschützt werden. Dazu werden abgestuft zum vorhandenen Baugrund Lagen immer kleinerer Steine eingebaut. Eine gewisse Bettdynamik ist allerdings wünschenswert.
Manchmal könne Wanderungshindernisse durch den Wiederanschluss eines Altlaufs umgangen werden.
Durchlässe sind oft für die ökologische Durchgängigkeit unzureichend und werden durch größere mit mehr Belichtung und einer ausreichend dicken Substratsohle ersetzt. Wo potentiell Fischotter vorkommen und eine viel befahrene Straße unterquert wird, kann die Anlage von Otterbermen oder -stegen in den Durchlässen oder unter den Brücken sinnvoll sein.

Revitalisierungsmaßnahmen an Fließgewässern

Weitere strukturelle Verbesserungen des ökologischen Zustands werden durch Herstellung von Mäandern und durch Ufer begleitende Bepflanzungen mit standorttypischen Gehölzen erreicht. Durch die Schattenwirkung „fühlen" sich Fische weniger bedroht. Dies fördert beispielsweise die Effizienz von Fischaufstiegsanlagen. Außerdem bleibt dadurch der Wasserkörper kühler, wird der Krautaufwuchs begrenzt und der Sauerstoffgehalt des Wassers erhöht. Das Totholz bildet wertvolles Substrat zum Anheften, Abweiden und Verstecken für Makrozoobenthos und Fische. Außerdem erhöht es die Strömungsvariabilität und Bettdynamik.

Mäander
Abbildung Wiederhergestellte Mäander in einem Fließgewässer

 

Krautentnahmestellen

Man ist bestrebt, den Flüssen ihre Eigendynamik wiederzugeben. Vielfach ist aber wegen der angrenzenden Flächennutzung die Abflusskapazität bei höchstens moderat ansteigenden Wasserspiegellagen zu erhalten. Durch regelmäßige Krautung wird die Abflusskapazität erhöht. An bestimmten Stellen wird das im Flussprofil abgeschnittene Kraut durch Schwimmbalken zurückgehalten, ausgebaggert, zur Trocknung gelagert und abgefahren. Dazu sind befestigte Plätze erforderlich. Die Uferbefestigung erfolgt meistens in Spundwandbauweise mit landschaftsgerecht gestaltetem Holm. Der Platz wird bei dem meistens gering tragfähigen und setzungsempfindlichen Untergrund als flexible „schwimmende" Gründung mit zu verdichtenden Schüttstoffen auf Geotextilien ausgebildet.
Eine Zuwegung ist auszubilden.